Sommertour Fifty-Fifty 2018


Dieses Mal ging es so weit nach Norden wie noch nie!

Unser Ziel sollte dieses Jahr Aalborg am Limfjord sein. In nur 23 Tagen segelten wir 650 Seemeilen oder 1200 km über Aalborg bis zu unserem Zielhafen in Büsum. Besonders schön war, dass wir zusammen mit der „Scharhörn" von der SCAOe unterwegs waren. Dieses Jahr hatten wir besonders viel Glück mit dem Wetter. Aber auch die Sonne hatte ihren Preis, und es herrschte immer wieder Flaute. Folgen waren zwar endlos lange Motorstunden und Sonnenbrände, aber auch ein Sommergefühl, das seinesgleichen sucht.

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Schnell ging es durch die Schleuse nach Brunsbüttel. Der Plan war, früh in Kiel anzukommen und nach mittlerweile zehnjähriger Tradition in der Bergklause zu essen. So ging es auch schon im Morgengrauen mehr oder weniger begeistert los. Das sonnige Wetter machte aber auch die lange Kanalfahrt erträglich und belohnte uns für das frühe Aufstehen. Im nächsten Hafen an der Schlei stand auch schon der erste Crewwechsel an: Jan-Hendrik musste wieder zurück an die Arbeit, und unser Steffen kam an Bord. Dies wurde gleich mit einem ordentlichen Barbecue gefeiert.

Zügig ging es anschließend Richtung Aalborg. Langsam frischte auch der Wind auf, und wir konnten, statt lange Strecken zu motoren, endlich wieder unter Segel gehen. Besonders viel waren wir wetterbedingt mit unserem Gennaker unterwegs, ein Leichtwindsegel, das auch bei wenig Wind noch ordentlich Bewegung ins Schiff bringt. Das nächste besondere Ziel war Oerne. Bevor in den Hafen eingelaufen werden kann, muss untypisch für die Ostsee geschleust werden. In der Mitte der Anlage befindet sich ein Aussichtsturm, der auch gleich nach der Ankunft erklommen wurde. Von hieraus eröffnete sich ein sagenhafter Ausblick auf die Umgebung. Am Abend gesellte sich noch ein dänischer Musiker zu uns. Steffen und der dänische Gitarrenspieler ließen anschließend die Saiten glühen. Und so kamen wir in den Genuss, die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts bei Bier und Musik gemeinsam zu erleben.
Auf dem Törn nach Grenaa hatten wir ordentlich Wind, und es riss leider unser Vorsegel. Wir mussten uns Gedanken machen, wie wir das Segel reparieren, am Wochenende gestaltete sich der Gang zum Segelmacher jedoch schwierig. Um das Segel selbst zu nähen, fehlte uns das Material. Zu unserem Glück trafen wir noch Bekannte aus der Heimat, die uns Takelgarn und Nadeln leihen konnten.
Dank einer Nachtschicht konnten wir schon am nächsten Morgen wieder Richtung Aalborg starten. Wir bekamen einen erstklassigen Liegeplatz in direkter Nähe zur Stadt, die es auch gleich zu erkunden galt. Die Mischung aus Moderne und uralter Handelsstadt ist in Aalborg schon etwas Besonderes. Hier befinden sich modernste Küstenbebauung und alte Fachwerkhäuser in der Querstraße im Einklang. Aalborg war auf unserer Route am weitesten im Norden. Ab jetzt ging es also langsam wieder Richtung Heimathafen. Zuerst machten wir allerdings noch einen weiten Schwenk über Anholt, eine Ostseeinsel mit fast schon karibischem Feeling, auf der wir uns mit einem befreundeten Schiff, der „Sophie", und ihrer Crew trafen. Auf Anholt folgten gemeinsame Wanderungen an der Küste und quer über die Insel. Nach einem ausgiebigen Kubb-Spiel am Strand fuhren wir am Abend heraus und gingen in der Bucht vor Anker. Von nun an ging es rasch wieder Richtung Süden. Ab Odden Havn mussten wir uns leider von den anderen trennen – da auch die Zeit für uns langsam knapp wurde, legten wir einen Zahn zu. Bei einem Zwischenstopp in Tars trafen wir uns allerdings noch einmal mit drei weiteren Booten von der Elbe und ließen die Sommertour-Stimmung mit ­einem lustigen Spieleabend ausklingen.
Jetzt ging es noch einmal richtig zur Sache, und wir fuhren in drei Tagen von Tars durch Nord-Ostsee-Kanal und Eider an die Nordseeküste. Hier sollte das Schiff bis zur Tertius-Regatta im Meldorfer Hafen liegen. Wir kamen allerdings nur bis nach Büsum, da der Wind immer heftiger wurde und auch in den folgenden Tagen nicht schwächer werden sollte. In der Nacht herrschte dann Orkan. Wir verbrachten die Nacht im Büsumer Vereinsheim, um das Schiff im Sturm nicht unnötig zu belasten. Die Sicherung dauerte dennoch bis weit nach Mitternacht. Windaufzeichnungen von bis zu 120 km/h gaben uns recht, und bei uns blieb alles heil. Eine anstrengende, aber vor allem auch spannende Erfahrung.
Alles in allem eine gelungene Sommertour, die die Vorfreude auf das nächste Jahr weckt. 

Thore

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