1. Herren Volleyball – Plötzlich aufgestiegen

Die Saison 2018/19 liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück. Sie begann ernüchternd, war ereignisreich und endete letztendlich mit zwölf stolzgeschwellten Männern.

Die Saison 2018/19 liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück. Sie begann ernüchternd, war ereignisreich und endete letztendlich mit zwölf stolzgeschwellten Männern.

Die Landesliga empfing uns mit zwei Niederlagen in Folge, kein Wunder nach einer verhaltenen Trainingsleistung in Vorbereitung auf die zweithöchste Liga in Hamburg. Eine gewisse Ernüchterung und die Frage „Werden wir in dieser Liga nur vor uns hindümpeln?“ machten sich breit. Plötzlich die Wende: Es folgte ein Sieg nach dem anderen, und wir erklommen die Tabelle Stück für Stück in die oberen Plätze – noch ohne Ambi­tionen, daraus mehr zu machen, denn das Jahr 2018 neigte sich dem Ende zu, und damit verließ uns Nino gen Australien. Wir waren im Angriff durch das Fehlen seiner harten, schnellen und präzisen Angriffe geschwächt.

Dachten wir. Denn mit dem Jahresbeginn 2019 folgte ein Sieg nach dem anderen. Es passte kein Blatt Papier zwischen die Spieler, und alle kompensierten Ninos Reisepläne nach Down Under besser als gedacht. Yannis spielte wie eine Maschine zu, Sven, Leewe und Sönke griffen wie im Traum an, und Fynn und Nico blockten als Mittelblocker alles weg, was nach Ball aussah. Najim und Sören schlugen beid­händig – kein Spruch, sie können es wirklich – von den Außenpositionen knallhart ins gegnerische Feld. Tja, und Sven v.A. holte als Oldie, doppelt so alt wie die Youngsters, in seiner Funktions als ­Libero das, was abzuwehren war. Als Oldie? Nicht ganz, denn Daniel zog wenige Monate vor Saisonschluss aus dem Speckgürtel Finkenwerders (der großen Stadt) auf die Sonneninsel Hamburgs und verstärkte uns als neuer Spieler zum richtigen Zeitpunkt mit seiner langen Erfahrung kurz vor ­Saisonende.

Eine Reihe hochspannender Spiele, die mit zunehmender Dauer der Spielzeit immer deutlicher gewonnen wurden, liegen nun hinter uns. Erst im Februar reifte der Gedanke, dass wir die Tabelle auf Platz eins abschließen könnten. Und der Gedanke wurde zur Realität.

Der Erfolg wäre nicht möglich ohne Marcus, der als Trainer wie ein Derwisch die Linie auf- und abtanzte, in den Auszeiten den richtigen Ton zur Situation fand und im Training die passenden Maßnahmen für die Vorbereitung ausgewählt hat. Dafür ein ganz besonderer Applaus, denn das Trainerdasein ist davon geprägt, für vieles die Verantwortung zu tragen, während die Akteure auf dem Spielfeld im Mittelpunkt stehen und die Lorbeeren erhalten. 

Nun befinden sich die 1. Herren der VG Finkenwerder nach ihrem Aufstieg in die Verbandsliga in der höchsten Hamburger Spielklasse. Mit neuen Trikots, die von Brandts Anfang aus Finkenwerder, Fips Eis und dem Q-Pub Billard Café aus Wandsbek gesponsert werden, sowie einem Trainingsanzug, den Marcus allein einbringt – auch hier allen Sponsoren ein herzliches Dankeschön! – geht es in die neue Saison.

Spiele auf sehr hohem Niveau dürfen wir erwarten. Und tatsächlich bestätigen das die ersten vier Paarungen schon. Die erste Begegnung fand in Oststeinbek gegen eine Reihe ehemaliger Bundesligaspieler statt. Ein hervorragendes Spiel, das wir leider verloren haben, aber mit einem tollen Gefühl in Erinnerung behalten werden. Das zweite Spiel hingegen gewannen wir mit einer noch nicht mal durchschnittlichen Leistung gegen die Hamburger Volleyballauswahl. In den beiden letzten Vergleichen haben wir zwar nicht gewinnen können, aber gemerkt, dass die Lücke zum Klassenerhalt möglicherweise nicht so groß ist wie anfangs gedacht. Mit den treuen Fans im Rücken sollte uns das aber gelingen.

Sven von Allwörden-Eder