Zu Besuch bei Anette Winkler

Vor mehr als 10 Jahren hat Anette Winkler begonnen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Schon immer war sie gerne draußen an der frischen Luft. Baden im Grünen nennt sie die Bewegung draußen und erklärt mir, dass die Japaner das sogenannte „Shirin Yoku“ (ein Bad in der Waldluft nehmen) offiziell in ihrer Gesundheitsvorsorge aufgenommen haben.
In der Anfangszeit lief Anette noch mit Skistöcken durch Finkenwerder, und man hörte das Klackern in allen Straßen. 2005 hat sie begonnen, Trainingslizenzen zu machen und sich auf den Gesundheitssport im Freien zu spezialisieren. Mit der Zeit etablierten sich verschiedene Nordic-Walking-Gruppen, Lauflerngruppen (in denen auch Sportmuffel langsam an den Laufsport herangeführt werden) sowie Wandergruppen. Die Strecke plant Anette immer gemeinsam mit Monika Semmeroth. Beide machen in der Regel einen Testlauf, bevor die Wanderung mit in das Programm aufgenommen wird. Die Wanderungen sind sehr abwechslungsreich und immer der Jahreszeit angemessen.

So waren sie beispielsweise schon bei der Kärtner Hütte an der Grenze zum Naturpark Harburger Berge, sind den Heidschnuckenweg – Deutschlands schönsten Wanderweg  – entlang gelaufen und waren auf der anderen Elbseite bei der Nabu-Gruppe Wedel, die sich in vielen Bereichen für den Natur- und Artenschutz einsetzt. Auch ein Tagesausflug zum Künstlerdorf Worpswede hat die Gruppe unternommen. Besonders ergriffen erzählt Anette, wie eine Mitläuferin bei einer Wanderung entlang des Deiches ein Lamm entdeckt hat, das in eine Kuhle gefallen war. Nur mit Unterstützung kam das Tier wieder auf die Wiese zurück. Die Wandertruppe wurde zum Lebensretter. Ein besonderer Tag mit den Walkern war es, als alle gemeinsam das neu geborene Fohlen einer Teilnehmerin besucht haben. Nach kurzer Erfrischung ging der Walk dann weiter.
In der kalten Jahreszeit, wenn keiner mehr erpicht darauf ist, stundenlang zu laufen, trifft sich die Gruppe trotzdem einmal im Monat. Ein gutes, gemeinsames Essen in einem schönen Lokal ist auch bei Schietwetter sehr beliebt. Aber es werden auch Besichtigungen gemacht. So gab es beispielswiese im November einen Besuch im internationalen Maritimen Museum in Hamburg, mitsamt einer Führung.
Gelegentlich werden auch Ausflüge mit allen Gruppen gemeinsam unternommen.
Melanie Sandrock

 

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