30 Jahre Jugendwanderkutter

1983-2013
30 Jahre Jugendwanderkutter im TuS Finkenwerder.

Liebe ehemalige Finke-Segler und -Seglerinnen, wir laden Euch herzlich ein, mit uns das dreißigjährige Jubiläum unseres geliebten Jugendwanderkutters zu feiern!
Am 12. Oktober 2013 um 13:30 geht’s los. Wir feiern im Segelheim des TuS Finkenwerder, Rüschweg 18, 21129 Hamburg.
Wir haben einige interessante Programmpunkte vorbereitet,  die Euch an die guten alten Kutterzeiten erinnern sollen. Herzhafte Kutter-Backschaft gibt es natürlich auch. Gegen Abend wird der Zirkus dann von einer genussvollen Party abgelöst. Falls Ihr an unserem Fest teilhaben wollt, meldet Euch bitte bis zum 20. September 2013 unter folgender Mailadresse an:
jhppopp@onlinehome.de

Wie alles begann: Auszug aus der Festschrift „40 Jahre Segelabteilung im TuS“ von 1999:

40 Jahre Segeln im TuS heißt auch fast genauso lange segeln mit Jugendlichen. Es gibt wirklich viel zu viel zu berichten, so daß es schwer fällt, es zu sortieren. Doch viele haben Ihren Anteil an der Jugendarbeit, die sich so interessant und spannend gestaltet, vor allem für einen “Joghurtbecher mit 2 Masten und 3 Segeln”, wie er oft auch genannt wird.
Stellt sich die Frage, wie fing alles an? Vor gut 20 Jahren hat sich eine kleine Clique von Jollenseglern gefunden. Unter ihnen Christian Schütte, Kai Buck, Peter Schulten und einige andere. Sie unternahmen gemeinsam mit ihren Jollen (Piraten usw.) Törns auf der Elbe; meist übers Wochenende. Nach einer Ostseetour 1976 kamen die ersten Stimmen nach einem gemeinsamen Segelboot auf.
Es fanden sich einige Eltern, die einen Jugendkutter anschaffen wollten. Aber auch den Optikindern sollte eine Perspektive geboten werden. Man entschied sich unter Führung unseres damaligen Obmanns Jan Kinau, einen „Jugend-Wander-Kutter” (J.W.K.) anzuschaffen, zumal Jan schon lange ein Fürsprecher eines J.W.K. war. Willy Wolf war dabei sein engster Mitstreiter. Ein Kutterausschuß wurde gebildet. In diesem arbeiteten W. Wolf, P. Behrens, P. Böhnke, E. Sommer und Hanna Schütte mit. Sie bereiteten die damalige Jugend, aber auch den Verein selbst auf das Ereignis vor. H. Becker wiederum unterstützte das Geschehen tatkräftig. Um einen Kutter zu finanzieren, mußten Gelder geworben werden. Dies geschah unter anderem durch ein Sommerfest oder auch durch Filmabende. Dabei verkauften Jugendliche Getränke. Der Überschuß kam dann in die Kutterkasse. Schließlich entschied man sich für einen Kutter der Firma Schneidereit aus Stade. Im Frühjahr 1983 war es dann soweit, Stapellauf.
 
Der J.W.K. FINKENWERDER – (Finke) wurde mit einer großen Feier stolz zu Wasser gelassen. Als Taufpatin wählte man Katrin v. Borstel. Wie sich herausstellte, brachte sie bis heute Glück. Der erste Kutterführer war Jan Wolf. Es folgten Marc Heitmann, John Kinau, Lars Hidde, Nils Fock,
Jan Sell, Bastian Jagusch, Sven Becker, Jean Heitmann, Björn Sylvester, Sven Johannsen und Julie Martens. In den Startlöchern stehen Yvonne Bartsch und Nina Heinemann. Betreut wurde der Kutter bisher durch Willy Wolf als Jugendwart, als Kutterwart folgten Helmut Becker, Hermann Kummerow, Manfred Sylvester und seit einem Jahr ich, Thomas Heinemann.
 
Der J.W.K. wurde gleich im ersten Jahr richtig getestet. Einigen Wochenendtouren folgte eine Sommerfahrt rund um Fünen. Diesmal noch in Begleitung von 3 Jollen. Und wie es kommen sollte, 2 Mann vor Glückstadt in die Masten und „Plumps“ das erste Mal umgekippt. Die Wasserschutzpolizei half schmunzelnd beim Aufrichten und schwieg. Wären da nicht die nassen Postsparbücher, ja dann…?! Im gleichen Jahr wurde auf der Alsterregatta die Schnelligkeit unseres Kutters bewiesen. Nur eine Schraubzwinge am Kiel konnte die Finke (nur teilweise) stoppen.
 
Es folgten viele Jahre mit viel Interessantem: So wäre stellvertretend zu nennen: Eine Preisverleihung mit echter Prinzessin von Schleswig Holstein in pink-farbenem Kleid auf dem Schleiwochenende 89. Oder einer Entführung zweier Mädchen, die in Kiel von Bord gingen (?).
1986 beim Blauen Band der Elbe unser Kutter kenterte. Ein Seenotkreuzer unserem J.W.K dabei half wieder auf Kiel zu kommen.
1987 als ein NDR-Team auf 2 weibliche Fans unseres Kutters aufmerksam wurde und auch noch mitsegelten (nach den offiziellen Regatten) Endresultat: Schlachtruf: “Guten Abend Hamburg” und dabei einen Sprung der Mannschaft in den Tirpitzhafen absolviert. Es folgten erfolgreiche Jahre mit vielen ersten und zweiten Plätzen. Von den Alsterregatten über Elbregatten bis hin zur Kieler Woche. Überall schnitt die Finke gut ab. Sie gewann sogar den Kuttercup, welcher neu ausgesegelt wurde. Von den vielen lustigen Sommertouren ganz zu schweigen.

1993 war ein besonderes Jahr, denn es gab etwas zu feiern. Die Finke kommt ins Teenyalter sie wurde 10 Jahre alt. Am 12. Juni hieß es deshalb:
– Finke – Riesen – Party – mit Regatta von Wedel nach Finkenwerder. Die Finke erreichte den zweiten Platz. Am Abend (100 Jahre TuS) gab es eine große Sause in der Bootshalle. Es folgten Jahre, erfolgreich wie nie! Aber auch viele Erlebnisse:
So ist eine Abendtour nach Kopenhagen zu nennen: „ganz ganz dicht an der Küste entlang schleichen?!“; Eine 13 – 14 Stunden Non-Stop-Tour von Rudköping nach Vordingborg um die anderen Kutter einzuholen; Oder wie wäre es mit einem nie dagewesenen Kraftakt: 35 sm von Langeland nach Kiel mit 3 oder 4 J.W.K. gepullt (macht das mal einer nach!).
1998 ging unser Kutter das erste Mal unter weiblicher Führung zu Wasser. Man erreichte mit einer bunten Mannschaft gute Erfolge. In diesem Jahr stellten wir unseren J.W.K. dem Hamburger Seglerverband und dem Germanischen Lloyd für einen Kränkungsversuch zur Verfügung.
Ich stelle mir die Frage, was für schöne Dinge mit der J.W.K. Finke wir noch alles erleben dürfen.

Thomas Heinemann

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