Sommertour 2016

Am 21. Tage des siebenten Monats im Jahre 2016 starteten wir unsere alljährliche Segeltour in der Ostsee. Geplant war dazu eine Route um Fünen herum mit einem Abstecher nach Århus.

Von Anfang an waren wir mit den anderen beiden Elbkuttern, der Möwe von Köhlfleet (Möwe) und der Teufelsbrück (T), unterwegs.
Am frühen Morgen wurden die Durchhaltekräftigsten von uns, Sönke, Jasper und ich, durch die wunderbare Unterstützung Bernds (Sönkes Vater) nach Eckernförde gefahren, wo wir gegen 13 Uhr unsere Reise antreten konnten. Hanna und Till, beide von der Möwe, sorgten als Mitsegler dafür, dass wir erst wenig später, aber mit etwas mehr Wind in Schleimünde einlaufen konnten. Dort stieß die erste Albin Express zu uns, die Unterelbe Express vom SCU.

Nach einer mückenreichen Nacht starteten wir am nächsten Morgen mit schönem, etwas stärkerem Wind aus Ost in Richtung Flensburg. Zwei wesentliche Unterhaltungsfaktoren dabei waren das Hören von Drei-???-Hörspielen sowie Till, der sich nicht aus seinem Campingstuhl bewegte, egal bei welcher Schräglage oder bei welchem Manöver. Gegen 17 Uhr liefen wir dann in den Industriehafen von Flensburg ein.

Flensburg diente uns als Sprungbrett in die Dänische Welt, wofür wir uns mit Speis und Trank rüsteten und dies geschickt im Kutter bunkerten. Es kamen noch einige Besatzungsmitglieder hinzu, und zwar: Max, Thies, Antonia und Mia. Kleine oder weniger kleine Zickenkriege auf der T führten dazu, dass wir auch Lea an Bord willkommen hießen. Unser geliebtes Juniorenboot, die Albin Express Fifty-Fifty, hatte die weite Anreise aus Hamburg gut überstanden und stieß als unsere Unterstützung vom TuS Finkenwerder dazu.
Am 24. Juli verließen wir Flensburg und segelten bis in die Dunkelheit hinein nach Sønderborg, da kaum Wind war. Dafür bescherte uns das gute Wetter Freude an der langen Überfahrt.

Unser nächstes Ziel war die kleine Bucht Dyvig. Der Weg war dabei allerdings eher das Ziel, denn Ende der Alssunds verließ uns der Wind für ca. 30 Minuten, was wir zu einer Badepause nutzten. Nach der Pause allerdings hatten wir unsere halbe Besatzung an die anderen Boote verloren, sodass nur Lea, Toni, Mia und ich die Reise in Richtung Dyvig fortsetzten. Die inzwischen drei Boote der SVAOe (T, Folke Rot und Luise) konnten letzte Plätze in Dyvig ergattern, sodass wir nur die Wahl zwischen Ankern und Mjelsvig hatten. Wir entschieden uns für den Hafen Mjelsvig, und es war eine der besten Entscheidungen. Dieser Hafen hatte alles, was unser Seglerherz begeisterte, die Ruhe ohne Nachbarlieger, eine großzügige Küche und die Möglichkeit, alles in und um den Hafen herum zu benutzen. Auch die Brötchen am nächsten Morgen überzeugten uns.

Der Weg an diesem Tag aus der Dyviger Bucht hinaus war lang, denn wir kreuzten. Danach allerdings hatten wir schönen Raumschotswind, der uns mit knapp sechs Knoten nach Aarøsund schob. Auf dem Weg lasen wir die Novelle ,,Schweigeminute“ von Siegfried Lenz, und machten uns über die Kenntnisse lustig, welche Siegfried Lenz vom Segeln besaß. Dies war leider schon der letzte Abend mit der Fifty-Fifty, da sie schon am nächsten Tag zurückfuhr. Dafür kam an diesem Tag noch die Scharhörn, ebenfalls eine Albin Express, dazu. Um die Mittagszeit an nächsten Tag segelten wir unter Spinnaker und Besan los. Die sehr kurze Strecke in den Gammel Havn von Middelfart bewältigten wir mit enormer Geschwindigkeit, da der Strom in unsere Fahrtrichtung gerichtet war.

Der 28. Juli gestaltete sich als eine größere Herausforderung. Es war kaum Wind, dennoch waren wir fest entschlossen loszusegeln und es klappte sehr gut bis zu dem Zeitpunkt, wo der Wind komplett einschlief. Ab dann konnten wir uns nur noch treiben lassen, erreichten allerdings noch vor Tagesende den touristischen Hafen Juelsminde. Da der Wind auch am nächten Tag ausblieb, mussten wir dort leider einen Hafentag machen, was allen aufs Gemüt schlug.

Tags darauf können wir endlich weitersegeln, bei gutem Wind und anfangs leider schlechtem Wetter. Nachdem der Wind irgendwann wieder eingeschlafen war, änderten wir unser Ziel von Marup, Samsø nach Hou. Die dortige Küche wurde von einigen Mitseglerinnen genutzt, um für alle Muffins zu backen. Am Abend erreichte uns noch ein Nachzügler, die Only Mad Dogs von Morty und Jonas, die an diesem Tag in Sønderborg losgefahren waren.

Auf dem Weg nach Århus am Tag darauf überraschten uns auf halber Strecke sehr dunkle Wolken. Diese brachten allerdings kein Gewitter oder Sturmböen, sondern nur Platzregen und eine temporäre Flaute. Kurz darauf konnten wir den Kurs fortsetzen und uns an den Badesteg im Zielhafen legen. In Århus planten wir drei Nächte zu bleiben, jedoch machte uns ein Sturm einen Strich durch die Rechnung. So verbrachten wir fünf Nächte dort, hatten jedoch auch viel zu erleben. Max fuhr nach Hause und Strunk stieß zu uns. Ebenfalls bekamen wir Besuch von Timo und Fynn aus Hamburg, die mit dem Auto gekommen waren. Viele verbrachten den Tag in der Stadt oder vertrieben sich die Zeit mit dem Angeln von Krebsen oder dem Modellbootsbau aus einem Kakao-Karton.

Nach so vielen Hafentagen waren wir froh über das nächste Segeln. Das Ziel am 05. August war wieder Samsø, aber da Leute auf den anderen Booten durchgetauscht werden mussten, segelten wir nach Bogense. Die anderen beiden Kutter, welche gut zwei Stunden vor uns gestartet waren, konnten wir um eineinhalb Stunden aufholen bzw. konnten die T komplett versegeln. Der Hafen Bogense liegt leider sehr ungünstig bei Nord-Westwind, was uns das Auslaufen die nächsten vier Tage nicht möglich machte. Auch der Plan Rund Fynen fiel damit flach, sodass wir schon wieder Hafentage machen mussten. Das Schwimmbad in Bogense wurde ganze zweimal aufgesucht, aber ansonsten konnte man nicht allzu viel unternehmen.

Am 11. August war es endlich so weit: Wir konnten segeln. Zum Sonnenaufgang liefen wir aus und hatten erst Schwierigkeiten, durch die Enge in Middelfart durchzukommen, haben es dann dennoch geschafft. Der viele Wind machte uns ein wenig zu schaffen, und so beschlossen wir, anders als die Möwe in den Hafen Aarøsund zu fahren. Dort hatten wir einen schönen Abend mit der T und der Scharhörn.

Wir planten, am nächsten Tag den letzten auf der Ostsee zu verbringen, also war das Ziel Kiel. Kurz nach Sonnenaufgang war der Wind noch sehr wenig, und wir kamen kaum voran. Später frischte der Wind auf, und wir bauten aus Fendern und Leinen zwei Trapeze, die sehr von Nutzen waren. Sie ermöglichten uns das Segeln unter Vollzeug, was die Geschwindigkeit im Durchschnitt an ein Limit brachte. Abends erreichten wir Kiel/-Schilksee und trennten uns von der T, die nach Eckernförde fuhr. So hatten wir noch ca. zwei Stunden auf der Ostsee am nächsten Tag. Wir kreuzten in die Förde hinein, auf dem Weg zum Kanal. Vor der Schleuse warteten ungefähr 60 Sportboote. Bei unserem letzten Schlag öffnete die Schleuse für uns. Als wir nur noch eine Kabellänge von dem Schleusentor entfernt waren, schloss es. So ein Mist!

Den Rückschlag konnten wir nur verkraften, indem wir in Holtenau noch viele leckere und schöne Dinge einkauften, die uns die Kanaltour versüßten. Einen Schlepp zu finden erwies sich wie fast immer als schwer, aber der Charme von Strunk und Toni spielte uns in die Karten. Am Abend gingen wir noch essen im Hafenrestaurant Rendsburg. Für die restlichen 60 km hatten wir einen ungewöhnlichen und schnellen Schlepp. Ein modernes Motorboot, welches uns mit 8 kn im Durchschnitt schleppte. Nach dem Schleusen in Brunsbüttel segelten wir direkt los in Richtung Hamburg. Unglücklicherweise kippte die Tide genau zu dem Zeitpunkt, als wir aus der Schleuse kamen. Und so lief das Wasser gegen uns. Der Wind war allerdings gut, sodass wir konstant und raumschots über die Elbe schossen. Bei exakt Niedrigwasser kamen wir im Wedler Yachthafen an. Dort feierten wir in den Geburtstag von Toni hinein.

Am letzten Tag der Reise erreichten wir bei wunderbarem Segelwetter endlich unseren Heimathafen und machten sogar noch eine Bilgewäsche.

Finn Steingrobe, Kutterführer der Finkenwerder

 

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